Schlagwort-Archive: Kraft

Jahre sind nur eine Zahl

Da steht er nun also vor ihr und sie spürt, wie ein Lächeln unaufhaltsam in ihr aufsteigen will. Er ist es tatsächlich – unfassbar! Nach fast einem Leben, das vergangen ist seit damals.

Sechszehn war sie und – um mit den Worten ihrer Mutti zu sprechen – ein hypnotisiertes Kaninchen.

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Futter für die Ohren, Teil 1

So langsam wachsen sich die Gefühlsgeschichten zurecht.

Seit heute Nachmittag ist ein Audio-Player an oberster Stelle auf der rechten Seite zu finden und als erstes Hörfutter ist dort nun „Liebe“ anzuklicken.

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Was ist wichtig im Leben?

Diese Frage stelle ich mir immer wieder. Ist es Geld? Nur bedingt. Wenn es unseren ganz normalen Lebensunterhalt decken soll, dann ist es wichtig. Alles, was darüber hinausgeht, ist eine Dreingabe – angenehm, aber nicht wichtig.

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Genug ist genug

oder das Kopfschütteln nimmt kein Ende

Aufgewacht, hochgeschreckt mitten in der Nacht. Aus einem Traum, der nichts, aber auch rein gar nichts mit diesen Assoziationen gemein hatte, die man landläufig mit Träumen verbindet. Im Gegenteil, er war einer jener Sorte, die das Herz zum Amoklauf animiert, einen regelrecht aus dem Bett zwingt und der Angstschweißströme auslöst.

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Sehnsucht und Suche nach dem Glück

Die BLUE 16 ist da!

Sie transportiert unter dem Thema

„Sehnsucht und Suche nach dem Glück“

Beiträge von

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Ein wenig VER-RÜCKT tut der Seele gut

Ich habe schon an anderer Stelle über den Charme der leichten Verrücktheit geschrieben und darum möchte ich auch hier berichten von meinen Erfahrungen „damit“.

Als ich vor fast 6 Jahren anfing, nicht nur zu schreiben, sondern auch gleich noch meine eigenen Texte selbst zu layouten und drucken zu lassen – ja, da ging ein Aufschrei durch meine kleine Welt!

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Valentinstag

Valentinstag, das steht für mich nicht für Konsum.
Und das verdanke ich meinem Papa!
Er wurde stolz 87 Jahre alt, davon war er die letzten 8 Jahre allein, denn meine Mutti war ihm vorausgegangen.
Und so wurde ich, seine Jüngste, sein „Valentinchen“:-)
Er zog sein Ritual weiterhin durch, obwohl „sweet valentine“ (meine Mama) nicht mehr bei uns war:

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Ebenbürtig

Ebenbürtig

Ebenbürtige

Meister des Unausgesprochenen.

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Matt

s´ist heut so ein Tag von dieser matten Sorte.

Matt, wohin man schaut, ob um sich oder in sich.

Matt kann auch glänzend, aber eben nur bedingt und nur temporär.

Matt, das ist so ein Zwischenstadium –

nicht strahlend auf Hochglanz poliert und nicht abgrundtief grau-leer-sinnlos-nutzlos.

Matt – Mattscheibe? Mattigkeit?

Nebel im Hirn, ja das ist es. Das passt.

Und obendrein auch der Körper so ohne jede Energien.

Und schon summieren sich die -scheibe und die-igkeit zu einem rundum homogenen Matt.

Schachmatt…? Nein, noch nicht. Davor bewahre uns Gott!

Aber manchmal nah dran, so scheint´s.

Wenn alle Welt Matt wäre – oder ist sie´s  schon? – wer ist dann am Zuge?

Alle Welt – wer ist das?

Du? Und ich, ok. Und wer noch…? Die Welt?

Nein, die nicht. 

Sie ist ermattet, aber ihr Körper ist stark.

Ihre Adern pulsieren und ihre Kräfte brodeln.

Sie wird sich aufbäumen, irgendwann, und all die Matten abschütteln.

Wird das Innen nach Außen stülpen und wieder werden, was sie war.

Stark, tragend, erschaffend, bewahrend, behütend, formend, nährend.

Wir sollten ihr zuvor kommen und es auch wieder sein…

stark

tragend

erschaffend

bewahrend

behütend

formend

nährend

©Petra Jähnke, 11/2015

Eine tolle Mischung Mann

In den Achtzigern des letzten Jahrtausends arbeitete ich in meinem Beruf als Erzieherin. Ich war Ende Zwanzig, ledig und ging in meinem Job voll und ganz auf. Ich hatte für den Deutschen Kinderschutzbund eine der ersten Hausaufgabenhilfegruppen Deutschlands aufgebaut, die für Kinder aus sozial schwachen Verhältnissen entstanden war. Mittlerweile sammelten sich in dieser Gruppe die verschiedensten Nationalitäten wie Türken, Vietnamesen und Libanesen und die Altersspanne reichte vom Kinderwagenalter bis um die zwanzig. Wir hatten einen ungenutzten Klassenraum in einer der Schulen unseres Ortes für uns. Es wurden Hausaufgaben gemacht, aber auch gespielt, Vokabeln geübt oder einfach nur geredet und gelacht. Es gab immer ausreichend Milch, Säfte, Kekse und hin und wieder auch belegte Brote für alle, die hungrig waren… und das waren viele dieser Kinder. Meine Arbeit, die um halb eins begann, war die interessanteste und abwechslungsreichste, die ich mir vorstellen konnte.

Ach, weißt du – komm doch doch einfach mit in diese Zeit, ich lade dich herzlich ein!

Alle sind sie da: Sabine, Carsten, André, Michael, Trung, Nam und Mai aus Vietnam, Chang aus China und meine drei Mädels, wie ich sie nenne: Drei libanesische Schwestern im Alter von 16, 18 und 20 – Lina, Ferial und Suad.

Die drei können recht gut Deutsch, sie leben schon ein paar Jahre hier und sie kommen mit Erlaubnis ihrer Eltern in die Gruppe. Sie werden immer von einem ihrer Brüder gebracht, davon gibt es vier. Wenn die größeren nicht können, bringt sie eben der kleine, der stolze 12 Jahre alt ist. Ernsthaft und sich seiner Verantwortung voll bewusst geleitet er sie bis an die Eingangstür, um sie abends zuverlässig wieder abzuholen. Suad, die Älteste, ist recht schweigsam, Lina, die Jüngste, zickt und bockt, doch Ferial sprüht nur so vor Lebensfreude und Energie!

Zu unserer Unterstützung und um sein Praktikum bei uns zu absolvieren, ist ER da:

30 Jahre, Student der Sozialpädagogik, sehr groß, sehr gutaussehend (oh ja, doch! ) , dunkles Haar, gepflegter Vollbart – Freddi Börwold. Jeden Tag wird er angehimmelt von den Mädels, wenn er mit den Jungs typische Männersachen macht wie Sägearbeiten oder Karten spielen. Sechs Wochen lang erhellt er unsere Welt und wird mit weiblicher Raffinesse ausgefragt von meinen drei Libanesinnen. So erfahren wir also, dass er geschieden ist, eine kleine Tochter hat, vorher einen Handwerksberuf erlernt hat… alles höchst interessant und so aufschlussreich!

Die drei stecken oft ihre Köpfe zusammen, tuscheln, machen sich Zeichen und nicken verschwörerisch. Dann irgendwann ist es soweit: „Du, Mutterrr Jääähnke! Du bist doch so schöne Frau, blondes Haar, blaue Augen, sooo klug! Und allein…!!!“

 „Ja und, Ferial?“ frage ich und denke nur: typisch, dass sie das Wort ergreift!

Ferial schaut mit dem umwerfendsten Blick, zu dem eine 18jährige fähig ist, Freddi an. Da sitzt sie also am Tisch mit ihren Schwestern, zwischen mir und Freddi Börwold, die wir im Raum stehen und gespannt sind, was kommen wird –  und lässt ihre Augen von dem einen zur anderen  wandern mit einem unverschämt verschmitzten Lächeln!

Dann kommt die Fortsetzung: „Und du, Herr Börrrwold! So ein schönerrr Mann! Großerrr Mann! Und auch sooo allein! Schönerrr Mann, nicht wahr, Mutter Jähnke?!“

Alle drei Mädels strahlen mich an.

„Unbestreitbar, Ferial“ nicke ich ernst und schaue zu Freddi, dessen Haltung sich plötzlich sehr verkrampft. Ferial setzt nach:

„So großerrrr Mann, mit Bart! Wie Buuud Spencerrr! Ist sich Mischung aus Buuud Spencerrr und… herrje, wie ist Name? So schönerrr Mann war das! Amerikanischer Filmschauspieler! Mutterrr Jääähnke, du musst ihn kennen! Sooo schön …“

Ich zucke unwissend die Schultern und warte gebannt auf die Fortsetzung.

„Ist sich gestorben amerikanischer Filmschauspieler! Schööönerrr Mann! Nun sag schon, wie Name?“ Ferial erregt sich völlig, ringt verzweifelt die Hände und knallt es dann heraus: „Rrrock Hudsooon!“ Dabei schlägt sie sich theatralisch mit einer Hand vor die Stirn und triumphiert: „Herrr Bööörrrwold ist sich Mischung aus Buuud Spencerrr und Rrrock Hudsooon!“ Alle drei strahlen begeistert den armen Freddi an, als Ferial herausposaunt: „Sooo schönes Paar, Mutterrr Jääähnke!“

Das ist zu viel für eine arme Männerseele! Freddi, puterrot im Gesicht hinter seinem prachtvollen dunklen Bart, macht auf der Hacke kehrt, presst ein „Bin gleich wieder da“ heraus und stürmt aus dem Raum.

Totenstille. Alle anwesenden Kinder hatten fasziniert diesem Schauspiel gelauscht!

Ich kann es nicht mehr unterdrücken: mein schallendes Lachen löst die Spannung  und es kostet mich die allergrößte Selbstbeherrschung, in dieses Gelächter hinein meinen erzieherischen Pflichten nachzukommen.  Ich setze mich zu den Mädels und unter immer wieder ausbrechendem Grinsen, umringt von der gesamten Mannschaft, versuche ich bemüht ernsthaft zu erklären, dass man so etwas nicht unbedingt aussprechen sollte, weil…

Da fällt mir Ferial ins Wort: „Egal, Mutterrr Jääähnke, ich musste es sagen! Ich wäre errrstickt sonst! Wo er doch so schöne Mischung ist aus Buuud Spencerrr und Rrrock Hudsooon und du sooo schöne Frau!“ Und so gebe ich es lachend auf, aus dem Ganzen eine allgemein gültige Lehre ziehen zu wollen, hole Freddi zurück, der sich wieder gefangen hat, und als wir hereinkommen, ich ihn an der Hand hinterher ziehend, braust Applaus auf. Von da an hört er brav auf „Rrrock Hudsooon“ oder „Buuud Spencerrr“ und ich strahlend auf „Mutterrr Hudsooon“… Ein schönes Gefühl, wenn auch nur für kurze Zeit, beneidete Frau einer solch tollen Mischung Mann gewesen zu sein!

 © Petra Jähnke  2014

 

Alles schwingt!

Petra

 

 

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