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Weg zu den Sternen

Weg zu den Sternen

 

Las all die Jahre vom Glück in vielen Büchern.

Ließ mein Herz darin baden, meine Seele dorthin entfliehen.

Lebte Träume von anderen, tauchte ein in fremde Welten,

deren Wahrheiten jedoch nie in meinem Alltag einziehen.

 

Hörte Melodien von tausend Stimmen und Instrumenten.

Tonfolgen, die mich trugen und auf denen ich flog wie der Wind.

Lauschte Gesängen, die von der Heimat in sich selbst sprachen,

die ich doch nie bisher kannte, außer damals, als Kind.

 

Lebte nie mein eignes Leben, lebte für jeden und alle.

War im Hintergrund stets auf dem Sprung – auch für dich.

Schickte meine Seele auf Reisen, um dem Glück zu begegnen.

Jeder neue Fehlschlag auf der Suche wurd im Innersten zum Stich.

 

Hab den Pfad zu den Träumen vor kurzem erst betreten.

Präge Spuren meines Daseins,  fand den Mut dazu spät.

Komm und halt meine Hand auf dem Weg zu den Sternen,

weil sich´s im doppeltem Glück freudiger geht.

 

© Petra Jähnke 2015

Dieser Text ist bisher nur als Video erschienen, wird aber irgendwann in das Buchprojekt einfließen, an dem ich zu arbeiten beginne 🙂

 

 

Der Weg zu den Sternen, den eigenen inneren Sternen ist der prachtvollste, den MENSCH gehen kann!

ALLES SCHWINGT!

 

Herzlichst,

Petra

Lady

LADY

 

Ein paar graue Haare, ein paar Pfund zu viel-

um die Augen die ersten Falten-

Doch endlich erprobt im Lebensspiel,

nicht mehr willig, den Mund zu halten.

 

Ich weiß, wer ich bin und bin es mir wert,

meinen Raum mit mir selbst auszufüllen.

Von dem einen übersehen?

Von dem andren begehrt?

Ich lächle darüber im Stillen.

 

Nicht jedermanns Liebling,  nur manchem ein Freund-

Und mein Herz nur  gezielt verschenkend-

unnütz nach Liebe hechelnd herumgestreunt,

nun aber selbständig denkend!

 

Nicht mehr angreifbar durch schmachtende Blicke-

Selbst abschätzende Blicke aussenden!

Und wenn´s sein muss, geb ich gerne die Zicke,

um  nicht Gewolltes schnell zu beenden.

 

Zur Verfügung  steht mir die ganze Palette

vom menschlich möglichen Sein-

Und wenn ich den Weg in die Jugend zurück hätte:

Ich sagte voll Inbrunst „Nein“!

 

Geschichte die Zeiten, als es hieß: „Hey Baby,

na komm, geh´n wir zu dir oder mir?“

Den Kokon abgestreift, geschlüpft: die Lady-

Mein Hoheitsgebiet ist HIER.

 

©Petra Jähnke 2011

veröffentlicht in „Der Koi (an) der Küs(s)te – Lyrische Gefühlsgeschichten in der Sprache des Herzens“

 

 

Die „Lady“- eine mir sehr sympathische Frau 🙂

Denn: ALLES SCHWINGT!

Herzlichst,

Petra

Sternenstaub

Sternenstaub

Jenseits von heute, im Lande von Morgen,

da wartet auf dich, was du willst.

Heute nur gibt es den Kummer, die Sorgen,

doch morgen, da handelst und stillst

du dein Verlangen nach Glück und Erfüllung,

denn du öffnest dein Traumland ganz weit-

es wird für dich sein wie eine Enthüllung,

wie die Rückkehr einer vergessenen Zeit.

Sag nicht, das geht nicht, sage: ich glaub!

An rings um mich niederfallenden,

alles bedeckenden,

feinsten und glitzerndsten

Sternenstaub.

In dir liegt die Macht, ihn entstehen zu lassen.

Erinnere dich daran, wie es geht.

Du musst nur in deinen Erfahrungsschatz fassen

und weißt wieder, wie er entsteht!

Räum den Müll beiseite, der den Weg blockiert,

entzünde ein Flutlicht beim Suchen-

wer niemals das Schauen in sich selber riskiert,

kann den Flug in das Morgen nicht buchen!

Sag nicht, das geht nicht, sage: ich glaub!

An rings um mich niederfallenden,

alles bedeckenden,

feinsten und glitzerndsten

Sternenstaub.

©Petra Jähnke 2011

veröffentlicht 2012 in „Der Koi (an) der Küs(s)te – Lyrische Gefühlsgeschichten in der Sprache des Herzens“

Als dieses Video online verfügbar war, hat es nur wenige Tage gedauert, um über 700 Zugriffe zu haben. Mittlerweile sind es über 13oo und ich möchte an dieser Stelle Dankeschön dafür sagen!

Wieder einmal, wie so oft, bestätigt sich mein „ALLES SCHWINGT“!

Das Spiel des Lebens

Das Spiel des Lebens

 

Zwei Augenpaare streifen sich…

„Na du, ich inspiziere dich“   !!!

„Ich schaue ebenfalls genau…

-Seh eine wohlgerat´ne Frau..:-)“

..und ich ´nen interessanten Mann-

Ich bleibe steh´n und schau ihn an!

 

Schau ihm direkt in sein Gesicht,

er schaut zurück! Ich fass es nicht!

Ich senke meinen Blick zur Seite-

Seh noch dies Lächeln, dieses breite!

Schau für Sekunden noch mal hin,

hab schon so dies und das im Sinn,

werd´ unsicher und auch leicht rot,

krieg ansatzweise Atemnot—

 

Da sagt er doch ein Wort zu mir!

Von Kopf bis Sohle ich gefrier!!!!!!

Bin sonst doch cool und auch so taff!

Die letzte Kraft zusammenraff´,

antworte passendes! Zum Glück

weicht er nicht gleich vor Schreck zurück…

 

wir plaudern unverfänglich-locker

( ich denk nur: wow, ich fall vom Hocker!)

Ja klar, ein Kaffee darf´s ruhig sein,

die Unterhaltung schläft nicht ein-

wie zufällig berührt sein Arm

den meinen! Himmel, wird mir warm!

Hypnotisiert häng´ ich an seinen

Lippen und er an den meinen…….

 

Dann streicht sein Finger – ohne drücken –

Ganz zärtlich meiner Hände Rücken,

fährt spielerisch zur Innenhand………

ins Nichts verschwindet mein Verstand!

Und alles weitere, Ihr Lieben,

ist zwischen ihm und mir geblieben—–

 

©Petra Jähnke 2011

veröffentlicht 2012 in „Der Koi (an) der Küs(s)te – Lyrische Gefühlsgeschichten in der Sprache des Herzens“

Das Bild, das diesen beitrag begleitet, ist auch im Buch diesem Text zugeordnet. Es heißt „mittendrin“ und wurde von Wolfgang Gemballa gemalt.

An dieser Stelle meinen alllerherzlichsten Dank an Dich, lieber Wolfgang: für Dein an mich glauben und Deine freundschaftliche Unterstützung!

Dieses Gedicht war eines meiner ersten, die ich begann in 2011 zu schreiben. Das kleine Video dazu war auf meiner früheren HP petra-jaehnke.de.tl zum allerersten mal verfügbar. 2014 habe ich es dem YouTube-Kanal hinzugefügt. Viel Spaß damit 🙂

 

Denn: ALLES SCHWINGT!
Herzlichst, Petra

Steppenwolf

STEPPENWOLF

Wieder einmal ist es Nacht, eine von vielen,  in denen er da steht –

unbeweglich wie aus Stein gehauen – der einsame Steppenwolf.

Auf seinem Aussichtspunkt hoch oben auf einem Hügel, über ihm der dunkle Nachthimmel und er nur ein Schatten, wie alles um ihn herum.

Grau ist er geworden, noch nicht alt, oh nein! Nur nicht mehr jung, nicht mehr so ungestüm wie früher. Kraft? Ja, die schlummert in ihm, wenn Gefahr droht für sein Rudel kann er sie mühelos mobilisieren. Wenn er etwas wittert, was seine Instinkte weckt, ist er hellwach.

Aber grau sein Pelz, grau sein Gemüt, grau sein Leben.

Sein Rudel ist weit hinter ihm, lagert gemeinsam an sicherem Ort. Er kann unbesorgt auf seinem Wachposten stehen und träumen. Mit offenen Augen träumt er, während er die Landschaft unterhalb genauestens fixiert, ihm keine Bewegung entgehen würde, wenn es eine gäbe. Denn seine Pflichten kennt er,  sie sind ihm in Fleisch und Blut übergegangen.

Sein Weibchen, früh gefunden – seine Kinder, für alle hat er vorbildlich gesorgt. Hat sie ernährt, beschützt, sichere Lagerplätze gesucht in den Nächten. Hat sein Terrain verteidigt und ist weite Wege gegangen mit seiner Sippe.

Doch in ihm tief versteckt, da ist er anders. Da verspürt er diesen Drang nach Abenteuer, nach einem neuen Beginn, nach einem überbordenden Wellenschlag seiner Gefühle.

Regungslos wie jede Nacht steht er da und wartet. Wartet auf ein Geräusch, dass er vor langem das erste Mal hörte, als er einem  Denkmal gleich auf seinem Hügel stand und träumte.

Die Wolkendecke reißt auf über ihm, ein paar Sterne blinken, der Mond wirft sein fahles Licht auf die Erde. Kühler Nachtwind streicht durch sein Fell.

Wie schon so oft hebt er die Nase in den Hauch, wittert nach etwas, dass er mit diesem zweiten Sinn erfassen möchte…

 

Da! Seine Ohren werden spitz, er dreht den Kopf ein wenig, lauscht.

Da ist es wieder, dieses weit entfernte Heulen. Kaum wahr zu nehmen, doch er hat es sofort erkannt.

Irgendwo, fast unerreichbar weit fort, steht eine Wölfin, wie er allein, in der Nacht und träumt.

Ebenso wie aus Stein gemeißelt eine Silhouette in  dunkler Nacht.

Den Blick erhoben zum Mond und alle Sehnsucht in ihren Rufen.

Er bläht seine Nasenflügel, hofft ihren Geruch wahrnehmen zu können – einmal wenigstens!

Doch der Wind trägt ihm nur diese sehnsuchtsvollen Töne zu, die er voller Inbrunst erwidert.

Und während sie auf die Antwort des anderen lauschen, um dann gefühlvoll selbst die Stimme zu erheben, träumt er sein Leben neu –

Spürt das Anspannen all seiner Muskeln, das federnd-mühelose Laufen durch den Mondschein, die lang entbehrte Leichtigkeit in sich drinnen, diesen unbändigen Wunsch eine letzte Wanderung zu beginnen.

Wolken verdunkeln den Mond, der ferne Ruf erstirbt –

Morgen, wenn er die Sehnsucht wieder erklingen hört, wird er nicht länger träumen, er wird den Hügel hinab laufen und die Steppe unter seinen Pfoten fühlen.

©Petra Jähnke 2012

veröffentlicht 2012 in „Jetzt erst recht – Gefühlsgeschichten“

 

Diese Geschichte war „da“, als ich das Bild des Wolfes sah… Ein lieber Freund hat es bei sich in der Wohnung hängen, es wurde – soweit ich mich recht erinnere – von einem Kriegsgefangenen des 2. Weltkriegs gemalt. Der Name ist leider nicht bekannt.

Doch nun macht sich dieses Bild schon seit 2012 in meinem zweiten Buch auf den Weg in die Welt und seit August 2016 auch als Video.

Und auch hier gilt: ALLES SCHWINGT!

Herzlichst, Petra

Die Süße eines Tages

Später Nachmittag, anstehen im Supermarkt an der Kasse. Die Schlange ist mäßig lang, die Stimmung ebenso mäßig und der vorderste Kunde fingert ungeschickt in seinem Portemonnaie nach passendem Kleingeld.

Ich schaue mich ein wenig gelangweilt um und mein Blick bleibt bei den vorletzten Kunden in dieser Reihe. Sie fallen auf, oder besser ins Auge? Beide nicht mehr jung, aber auch noch nicht wirklich alt. Beide von kleiner Statur – er, sehr schmal, mit einem seltsam unter dem T-Shirt hervorragenden Bauch. Sie – nicht schmal, vielmehr ausgemergelt, das Gesicht voller Falten und Furchen, eingebrannt vom Leben, unruhige Augen.

Beide halten ihren Einkauf –  Er hat einen Beutel Kartoffeln und ein Brot im Arm, sie Margarine, 2 Sorten verschweißten Aufschnitt und… eine Tüte Hamburger Speck, diese lecker-fluffige Nascherei. ich denke sofort an meinen Papa, der es liebte, sich abends auf der Couch mit Hamburger Speck für den Tag zu belohnen und muss lächeln.

Dieses Lächeln vergeht mir blitzschnell, als ich die beiden beobachte, wie sie ihren kleinen Einkauf beschauen, leise miteinander flüstern, wie er mit einem sachten Kopfnicken auf die prachtvolle Tüte Süßigkeit hinweist und sie als Reaktion darauf noch ein wenig ausgemergelter aussieht und mit hängenden Schultern den Speck scheinbar zurücklegen will. Eine heiße Welle in mir macht sich auf den Weg zu meinem Kopf und … doch ehe ich überhaupt mein Gefühl deuten kann, das so kraftvoll auf sich aufmerksam macht, tritt er zu den beiden:

großgewachsen, tadelloser grauer Anzug, neben sich einen voll beladenen Einkaufswagen für eine Familie mit Kindern bestückt, wie man unschwer erkennen kann. Er legt der Frau, um ihren Weg zu stoppen, die Hand auf den mageren Unterarm und sagt zu den beiden:

„Dieser Euro-Schein in meiner Hand ist heute übrig. Es macht mich nicht traurig oder glücklich, ihn zu haben. Meine Familie hat jeden Tag genug zum Leben, zum Spielen, zum Naschen. Ich gebe Ihnen beiden diesen Schein, damit er das tun kann, wozu ich ihn nicht brauche: er soll Ihnen ein wenig davon geben –  von der Süße des Tages.“

Er lächelt, als er den Geldschein in die Hand der Frau mit dem Gesicht voller Falten und Furchen legt und dreht sich ab, murmelt etwas von ´vergessen´ und schiebt seinen Einkaufswagen wieder zurück zwischen die vollbeladenen Regale.

Das Paar, das nicht mehr jung ist, aber auch irgendwie noch nicht richtig alt, schaut sich ungläubig an. Sie reden leise miteinander und dann drehen sie sich um, um ebenfalls noch einmal zu den Regalen voller Überfluss zu gehen – sie gehen langsam, schauen sich immer wieder um, schütteln die Köpfe und … lächeln zaghaft.

Als sie verschwunden sind, schaue ich in die Richtung, die der Mann im grauen Anzug eingeschlagen hatte und sehe ihn, wie er vorsichtig um die Ecke des Kaffeeregals Ausschau hält nach dem Paar.

Er bemerkt, dass ich ihn sehe und er zwinkert mir strahlend zu…

© Petra Jähnke

 

Alles schwingt!

Petra

 

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Ich werde antworten!

 

Alles ist Veränderung – Alles fließt

So wenig das Jahr tagtäglich dasselbe Gesicht zeigt, so wenig sind wir eine unveränderliche Konstante. Wir ändern uns selbst, unsere Lebensumstände, unsere Überzeugungen (wenn wir flexibel und lernfähig genug sind!).

Du selbst veränderst dich in deinem Erscheinungsbild: in der Optik, in deinem Körperbau. Es setzen sich im Laufe der Jahre Pfunde oder aber du verlierst sie, beides manchmal ohne es zu wollen. Gesichtszüge prägen sich aus, Falten graben sich ein, die Mimik und die Gestik entwickeln sich parallel zu deinem Inneren. Die Haare werden grauer, dünner, der Haarschnitt tut das Übrige dazu. Alles in allem: Veränderung!

Die Menschen, die dir etwas bedeuten, begleiten deinen Lebensweg immer nur ein Teilstück lang. Deine Eltern und Verwandte werden irgendwann deinen Weg verlassen haben, ein Abschied nach dem anderen wird auf dich warten in deinen Lebensjahren.

Freunde gehen neben dir, manchmal sehr lange, manchmal nur eine kurze, aber intensive Zeit. Freunde aus Kindertagen, Freunde aus verschiedenen Lebensphasen, sie alle sind in dein Leben getreten, um es auch wieder zu verlassen. Vielleicht wirst auch du für jemanden derjenige sein, der „verlässt“.

Möglicherweise wird es dein Lebenspartner sein, evtl. war er es schon…? Und du stellst fest, dass alles im Wandel ist, nichts je von verlässlicher Beständigkeit war und sein wird.
Dein Beruf, auch er ist nichts Unumstößliches mehr in der heutigen Zeit, ebenso wenig wie dein Wohnort. Lange schon ist es Geschichte, dass Familienverbände mit mehreren Generationen vereint auf einem Hof oder Grundstück lebten. Dass die Alten versorgt waren, die Kinder stets einen Erwachsenen um sich hatten, der ihnen vertraut und in Liebe verbunden war.

Deine Sehnsüchte und Wünsche relativieren sich, weil sich deine Lebenserfahrungen als Realitäten vor sie stellen, wie um dir zu zeigen: Nicht alles kann und wird in diesem Leben erfüllbar sein.
„Loslassen“ ist die schwerste Lektion, aber auch die unvermeidlichste. Loslassen zu können heißt, einen Schritt zurück treten zu können. Sich zurück zu nehmen, die eigenen Ansprüche herunter zu schrauben, und zu lernen:

Nichts bleibt so, wie es war.
Deine Gesundheit ist ein flüchtiges Gut.
Nicht alle Träume vom Lebensglück sind für die Wirklichkeit bestimmt.
Nicht alles, was dein Herz sich wünscht, ist machbar ohne einen anderen zu verletzen.

Alles fließt, mein Freund. Nichts ist noch morgen so, wie heute war, meine Freundin.
Lass uns zusammensitzen und diese Minute genießen, diese Stunden festhalten im Inneren. Lass uns reden von allem, was war und was ist. Lass uns träumen von dem, was kommen mag.
Und lass uns leben – jede Sekunde, die wir hier sind – so wie wir sind, jetzt – heute.

 

Denn du weißt doch:
Alles schwingt!

Petra

 

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Zeit der Liebe

„Noch eine gute Woche bis zu diesem furchtbaren Fest!“ dachte sie. Sie stand am Fenster und schaute über die Dächer dieser grauen Stadt, an diesem grau-trüben Tag.

„Was sehe ich eigentlich?“ fragte sie sich selbst. Sie sprach oft mit sich seit diesem Tag, der nie hätte sein dürfen – der ihre Welt binnen Minuten verändert hatte. Eben noch war doch alles gewesen, wie es immer war… Und dann, plötzlich, schlug das Schicksal zu. Sie sieht ihn täglich noch vor sich, am Küchentisch sitzend, die Tageszeitung vor sich, die Brille auf der Nasenspitze und er über sie hinweg schauend, wenn er nicht weiterlas, um mit ihr zu reden.

Mitten in dieser für ihn typischen Haltung weiteten sich seine Augen, er rang nach Luft, seine linke Faust schlug panisch auf seine Brust und…

sein Lebensbuch schloss sich in dieser Sekunde, die alles verändernd-alles entscheidend- alles zerstörend war.

Seitdem ging sie durch ihre Tage wie hinter einer Wand aus Glasbausteinen. Licht fiel zu ihr herein, Umrisse und Schemen nahm sie wahr, aber klare Sicht und Luft zum Atmen waren Mangelware geworden.

Sie funktionierte nur, war reduziert auf die Vergangenheit, auf ihre Trauer, auf diesen fast körperlich zu spürenden, nicht nachlassenden Schmerz der Leere.

„Was ist Leere?“ fragte sie sich laut. Ihre Stimme war dabei so leer, wie der Sinn des Wortes, das sie zu verstehen bemüht war.

Ihr Blick hatte sich längst verfangen in den tiefhängenden Wolken über den fad-farblosen Dächern. Augen, die nichts festhielten, in dem Glauben, es gäbe nichts mehr, das es wert sei genau angeschaut zu werden.

Erinnerungen standen um sie herum, dichtgedrängt und raumgreifend…

„Was ist Liebe?“ Diese sich selbst laut gestellte Frage ließ sie hochschrecken aus ihrer Lethargie. Wo kam sie her, diese als unverschämt unpassend zu empfindende Frage!

Sie kam nicht dazu, deren Herkunft zu klären, denn die Antworten schoben sich aus den sie umringenden Erinnerungen hervor – Antworten, die nur in ihnen zu finden waren.

Wortfetzen, seine Stimme, lachend, foppend, Sonnenlicht über einer blühenden Wiese, seine Hand durch ihr Haar streichend, fröhliches Winken bei der Heimkehr, engumschlungen sich wiegend zum Takt ihrer pochenden Herzen.

Ein leises Lächeln glitt über ihr Gesicht, ausgelöst durch diese Antworten aus der Vergangenheit. Kinderstimmen mischten sich hinein in diese Blitzlichter des hinter ihr liegenden Lebens und ihr wurde klar, dass diese Stimmen immer noch um sie waren. Gereifter, erwachsener, aber DA – Teil des Lebens, heute, jetzt. Stimmen, die fast täglich zu ihr fanden, per Telefon oder durch ein Klingeln an ihrer Tür. Nicht wirklich wahrgenommen von ihr in ihrer Wertigkeit, Wichtigkeit, Ehrlichkeit, Liebe.

In einer guten Woche, so nimmt sie sich fest vor, wird sie sich Mühe geben, sie zu spüren und noch mehr Mühe, sie zu zeigen. Eine ganze Woche noch Zeit, um sich wieder zu erlauben, es in sich zu fühlen: Zeit der Liebe findet immer noch statt. Und sie begleitet uns sogar, wenn sich unser eigenes Lebensbuch schließt.

Vergesst nie: Alles schwingt!

Petra, im Dezember 2014

 

 

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Blinky – Von Sternen am dunklen Nachthimmel und Sternen in unseren Herzen

Immer, wenn die dunkle Jahreszeit kommt mit ihren langen, kalten Nächten und den Menschen in ihren Zimmern auch manches Mal ganz kalt wird ums Herz, dann ist Blinkys Zeit.

Er ist ein sehr kleiner, aber besonders hell leuchtender, sehr wohlig-warmer Stern. Er hat keinen festen Punkt am Himmelszelt wie all seine anderen viel größeren Brüder. Oh nein! Er fliegt schnell wie ein Torpedo zwischen ihnen allen hindurch und bewundert deren Strahlen auf dem samtig schwarzen Untergrund des weiten Universums. Er grüßt den großen Jäger, ein Sternbild am Winterhimmel; er saust um den großen und den kleinen Wagen herum, die nördlich stehen und ganz besonders mag er Kassiopeia, weil dort hindurch die Milchstraße verläuft und viele blitzende Sternenhäufchen in ihrer Nähe sind.

Nachdem er überall vorbeigeflogen ist und Kraft getankt hat, beginnt er seine eigentliche Mission. Winzig klein wie er ist, fliegt er in den dunkelsten Nächten zur Erde hinunter und sucht nach den Menschen, die in stillen Räumen sitzen und deren Herzen kalt sind vor Einsamkeit und Traurigkeit. Denn Blinky kann diese besondere Dunkelheit und Kälte erspüren…

Er hat viel zu tun, der kleine Strahlestern, denn in unzähligen Häusern findet er Menschen vor, deren Leben gerade in der Winter- und Weihnachtszeit ohne Licht und Wärme ist.

Wenn er über einem dieser Menschen seine kleinen schnellen Kreise zieht, dann wartet er auf den passenden Augenblick. Der ist gekommen, wenn sich Tränen aus den Augen ihren Weg gesucht haben bis auf die Lippen des Menschen und von dort salzig-traurig abgeleckt werden. Dann taucht er wie ein Blitz hinein in eine dieser Tränen und  gleitet mit ihr ganz sachte hinab bis ins Herz.

Er flitzt durch alle Herzenskammern und in alle Winkel, bis er jene gefunden hat, in denen die schönen Bilder der Erinnerungen und die Kinderseele des Menschen gelagert sind. Dort schaltet er sein Strahlen ein und gibt all seine Wärme ab, die er hat. Manchmal muss er sehr lange dort verweilen, bis sich das Herz erwärmt und dadurch die Tränen trocknen.

Wenn das aber geschehen ist, dann schleicht er sich ganz vorsichtig durch einen der Tränenkanäle mit den letzten erleichtert geweinten Tränen wieder hinaus und sucht sich das nächste Herz, in das er seine strahlende Wärme legen kann.

Hast du es auch schon erlebt, dieses Weinen und dann dieses warm werden ums Herz? Dann sei sicher:

Blinky, der kleine Strahlestern war bei dir!

Alles schwingt! Petra

 

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Hoffnungen, Erwartungen und Wirklichkeiten

Wir Menschen sind schon eigenartige bis eigenwillige Geschöpfe.

Wir hoffen solange, bis es nicht mehr geht und wir als definitiv Letzte merken müssen, dass es sich nicht erfüllen wird. Egal, was wir da als Hoffnung wohlbehütet in unserem Herzen mit uns herumgeschleppt haben… Die Hoffnung stirbt zuletzt! Ein Spruch, den man dann kaum ertragen kann, nicht wahr?

Wir erwarten gewisse Reaktionen, bestimmte Verhaltensweisen und wir warten, wie es ja schon als Wortstamm in diesem Verb steckt. Wir warten oft auf Re-Aktionen, weil wir selbst SO reagieren würden. Wir erwarten, dass jemand ist wie wir, sich verhält wie wir, unsere Erwartungen einfach kennen und erfüllen muss! Und so warten wir manchmal bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag – ´und wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie noch heute´!

Die Wirklichkeit um uns ist sehr oft eine andere, als sie in unserem Inneren abgebildet ist. Sie ist geprägt von unserer Sicht, unseren Gefühlen und sie ist UNSERE Wirklichkeit. Schon der Mensch neben einem sieht die Welt und damit seine Wirklichkeit anders. Er speist seine Hoffnungen und seine Erwartungen aus sich selbst – wie könnte dann unser Gegenüber unsere 1 zu 1 erfüllen?

`Man lernt nie aus´- ein Satz, der zu einem geflügelten Wort wurde, der zu 100% stimmt und den trotzdem kaum einer von uns mehr hören mag. Immer, wenn wieder Hoffnungen oder Erwartungen enttäuscht werden – immer, wenn wir erneut diese Lebens-Lektion schlucken mussten, gab es mindestens einen um uns herum, der diese ´tröstliche´ Weisheit zum Besten geben musste.

Und eines ist sicher wie das Amen in der Kirche: auch in Zukunft wird sich jemand finden, der seinen Einsatz für diese vier Worte nicht verpasst…

So hüten wir also unser eigenes Hoffen und pflegen unser unermüdliches Warten, füttern damit unseren Erfahrungsschatz und modellieren unverdrossen an unserer ureigenen Wirklichkeit herum. Und ich muss ihn nun an das Ende dieser kleinen Betrachtung hängen, diesen anderen unwiderlegbaren Spruch, der fällig ist wie der fortgeschleuderte Bumerang: ´Jeder ist seines Glückes Schmied´. Allerdings schmieden an der endgültigen Form dieses Glücks unzählige zerplatzte Hoffnungen und nie erfüllte Erwartungen kräftig mit. Als dann: schmieden wir.

© Petra Jähnke 2014

Alles schwingt!

Petra

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