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Freundschaft ist der große Bruder der Liebe

Dieser Satz steht über dem Bild, das zum Text eines Gedichtes entstanden ist (veröffentlicht in „Jetzt erst recht“, 2012 im Lyrika Verlag und zusätzlich als Poster-Sonderedition erhältlich in A2)

Oft frage ich mich, was wertvoller, was beständiger und verlässlicher ist: Liebe oder Freundschaft? Liebe ist besetzt mit diesem Gefühlsfarbenrausch in allen nur möglichen, schillernd-schönen Rottönen. Was schwingt für mich bei dem Wort ´Freundschaft´ mit?

Es schwingt vieles, aus den verschiedensten Sinnesabteilungen! Freundschaft kommt mit tiefen, harmonischen Klängen für mich daher, wie ein Klangteppich, der trägt – egal, was geschieht. Freundschaft ist ein Mantel aus einem federleichten und trotzdem wärmenden Tuch, dessen Farbe einem Ultramarin-blau am nächsten kommt.

Freundschaft ist für mich verbunden mit einem Band zwischen zwei Menschen, das sehr belastbar und fast ´unkaputtbar´ erscheint.

Sie fordert nicht, weil sie nichts erhofft, was nicht da ist. Real existierende Freundschaft ist ein seltenes Gut geworden in diesen Zeiten der totalen Vernetzung und der sog. ´Freundeskreise´ in den diversen Social Medias.

Freundschaft, das kann auch nur von einer Seite so empfunden werden (was übrigens bei der Liebe noch einen sehr viel schmerzvolleren Umstand darstellt). Wenn dies der Fall ist, bedarf es einer großen. menschlichen Leistung: den Schritt rückwärts zu tun, um den Menschen, der die eigene Tiefe des Gefühls nicht erwidert, nicht mit diesem Anspruch an ihn auf Spiegelung der persönlichen Emotionen zu erdrücken. Wirklich authentisch zu sein, zeigt sich nur in der Fähigkeit, niemandem ein Paar Schuhe vor die Türe zu stellen, die demjenigen nicht passen.

Es gibt auch diese ganz seltenen, und daher besonders wertvollen Fälle, da wandelt sich einstige Liebe in eine achtsam miteinander umgehende Freundschaft, die dann ein Band fürs Leben darstellt. Diese zwischenmenschlichen Beziehungen sind ein Geschenk des Lebens. Verliere nur nie den Blick dafür, sie erkennen zu können und entsprechend wert zu schätzen.

Wirkliche Freunde sind und bleiben sich tief verbunden, auch wenn es einmal Phasen der Funkstille zwischen einander gibt. Denn es ist wie bei allem: nicht die Quantität bestimmt einen Wert, sondern die Qualität.

Gibt es Lebensabschnitts-Freunde – so wie es den Begriff des Lebensabschnittsgefährten gibt?

Ich denke, ja. Wie in der Liebe können sich Menschen auseinander entwickeln, ohne es bewusst zu wollen. Wege, die lange vertraut nebeneinander verliefen, driften irgendwann auseinander.

Erwartungen können im Laufe der Zeit mit einer Freundschaft verbunden werden, die nicht zu erfüllen sind und die alles verändern.

Du wirst der Liebe nie auf ewig sicher sein können und ebenso wenig der Freundschaft.

Alles ist im Fluss, unser ganzes Leben ist Veränderung.

Gäbe es Stillstand, gäbe es keine Entwicklung.

Diese Lektion ist eine die schmerzhaftesten, aber auch eine der hoffnungsvollsten Lehren in einem Menschenleben.

Sie macht dir klar, dass dein Weg aus dem was war, über das was ist zu dem führen wird, was sein kann.

Alles schwingt!

 Petra

 

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Ich werde antworten!

 

Und du fragst mich

Und du fragst mich, wie ich´s  schaffe

Jeden Tag zu überstehn

Und ich grinse schief uns lache

Kann mehr kriechen noch als gehen

 

Kann nicht sein, so rufst empört du

Doch nicht du, die pure Kraft

Und ich zwinkere, winke ab

Ich hab´s einfach nur geschafft

 

Hab die Hürden kaum genommen

´s  ginge besser, wär ich dumm

Hätt´ eleganter sie umschwommen

Doch ich mach mich ungern krumm

 

Leb mit allem, was um mich ist

Mit dem in mir doppelt schwer

Spür die Trauer, die an mir frisst

Zeig nur nicht jedem alles her

 

Hinter meiner Stirn wie deiner

Wohnt ein weiser, kühner Geist

Halt´ ihn fest um zu verhindern

Dass er unbekannt verreist

 

Und du fragst mich nach dem Sinn

Wo er sei, ob es ihn gibt

Und ich nicke und ich lächle

Er ist da, solang man liebt

 

©Petra Jähnke, 28.01.2015

Foto  © by Zwilling

 

 

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EMOTIONAL BLUE Ausgabe 5

Heute möchte ich meinen BLOG nutzen, um die Aufmerksamkeit von meinen Besuchern auf etwas zu lenken, an dem mein ganzes Herz hängt.

Seit Mai 2014 bringt der Lyrika Verlag ein Online-Magazin heraus, das in der modernen PageFlipping-Technik erstellt ist und mit Leben erfüllt wird durch Beiträge von Gastautoren und -autorinnen.

Hier der Start-Text aus der Ausgabe Mai 2014:

´Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht´.

Dass dies so ist, haben die vergangenen zwei Jahre der Lyrika Verlag-Existenz bewiesen –

den Mut, Ideen umzusetzen, vorausgesetzt.

Der Lyrika Verlag steht für Emotionen, für Gefühle in all ihrer Bandbreite. Die Möglichkeiten, diesen Ausdruck zu verleihen, sind so vielfältig wie es die Kreativität des Menschen ist:

Worte, Farben, Töne und Werkmaterialien sind ebenso unendlich in ihrer Ausdrucksmöglichkeit wie deren ganz persönlich eingefärbte Umsetzung als Autor, Komponist, Maler, Fotograf  oder Bildhauer.

Genau so schillernd in ihrer Vielfalt  sind die begehbaren Wege, sich den Themen unseres Menschseins anzunähern. Was wären wir mit all unseren, manchmal schmerzlich erworbenen Erkenntnissen/Erfahrungen, wenn wir sie nicht mitteilen würden!

Ideen sind Werkzeuge des Kreativen  –  Ideen, geboren aus Herz und Verstand. In einem dieser Augenblicke entstand die Idee zu Emotional Blue, dem Magazin für alle Themen, die emotional berühren.

Emotional Blue bietet Raum für jede Form des geschriebenen Worts, sei es Kurzgeschichte, Themenbeitrag, Betrachtung, Essay, Erzählung, Gedicht, Fabel, Märchen, Glosse…

Emotional Blue hat Platz für Bilder, seien es von Künstlerhand gemalte oder Fotografien, die Stimmungen einfangen.

Emotional Blue kommt als modernes Page-Flipping-Magazin zu seinen Lesern. Doch wie immer, wenn der Lyrika Verlag dahinter steht, geht es um die Inhalte.

Als dann! Möge dieses neue Projekt schwungvoll beginnen, gerne und oft weiterempfohlen werden und viele Leser/Innen finden.

Nun ist die fünfte Ausgabe online und ich lade jeden ein, hineinzuschauen, zu blättern, den Links zu folgen und vor allem die Vorlesefunktion zu nutzen!

EMOTIONALBLUE Ausgabe 5

 Hier der Info-Text zu dieser November- und Vorweihnachtsausgabe:

Die EMOTIONAL BLUE Ausgabe 5 ist da.

Sie kommt als Weihnnachts-Sonderausgabe zu Ihnen allen und bringt ein paar kleine Überraschungen mit sich:

Auf der Startseite begrüßt Sie, wenn Sie mögen, ein kleines Medley von Weihnachtsliedern. Die Vorlesefunktionen sind wie immer installiert, allerdings verbergen sich dahinter auf vier Seiten weitere Weihnachts-Bonbons. Bitte nutzen Sie ganz besonders bei dieser BLUE 5 ihre Lautsprecher und haben Sie viel Freude an den Beiträgen und Gedichten.

Sie meinen, es sei noch reichlich Zeit bis zur Adventszeit?

Sie haben Recht – Aber die Gastbeiträge in dieser Ausgabe verdienen es, schon vor der besinnlichen Zeit zur Verfügung zu stehen. Sie sind vielfältig wie immer: sie laden zum Schmunzeln ein, ebenso wie zum Nachklingen lassen und Bedenken.

Wenn Ihnen jetzt noch das Weihnachtslieder-Medley verfrüht erscheint – Sie haben es in der Hand, ob Sie es hören mögen oder nicht.

Diese BLUE bietet Themen, die in die dunkle, besinnlichere Jahreszeit passen.

Sie reden von Scham und Schuld (Willkommen mit dem ersten Beitrag als Gastautor Ralf Hillmann!), vom Frieden auf Erden, vom Kuss der Liebe, vom Kirchgang und dem ´Schmerzentsetzen´ (Willkommen in der EMOTIONAL BLUE, Oluf Castagne!), von Dankbarkeit, dem Gesetz der Liebe, vom Abschied mit Gefühl und vielem anderen mehr. Die ´Desiderata´  (eine Herzenssache unseres Webmasters Holger Holthaus) wartet ebenso auf Sie wie die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium und als Geschenk an die Leser und – in diesem Fall explizit! – an die Hörer der BLUE, eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte von Michael Rath, dem wir hier an dieser Stelle von Herzen DANKESCHÖN sagen dafür.

Wir, das BLUE-Team Holger Holthaus und ich, haben an dieser Ausgabe tagelang, nein wochenlang gefeilt, verändert, verfeinert, ergänzt. „Learning by Doing“ in seiner perfekten FormJ

Und wir möchten mit dieser ´etwas anderen´ EMOTIONAL BLUE unseren Dank zum Ausdruck bringen  an die vielen Gastautoren und Gastautorinnen des vergangenen Jahres 2014. Ohne Euch wäre die BLUE nur eine Idee. Ihr habt sie durch Eure Beteiligung wahr werden lassen und wir alle gemeinsam können am Ende des Jahres zufrieden zurück schauen auf ein Magazin, das seinesgleichen sucht.

Herzlichst,

Holger Holthaus und Petra Milkereit

 

Und noch etwas: Wir sammeln schon Gastbeiträge für die Neujahrsausgabe!

Interesse?

Mail an emotionalblue@email.de

Wäre es morgen vorbei

Wäre es morgen vorbei,

würdest du Frieden mit dir machen können, oder käme das Ende zu schnell?

Würdest du Bedauern empfinden, weil so vieles noch zu tun gewesen wäre?

Hättest du noch jemandem sagen müssen, dass du ihn liebst, dass du ihn brauchst, dass er für dich die ganze Welt ist?

Könntest du loslassen in dem Bewusstsein, ein reiches Leben gehabt zu haben? Reich an Gefühlen, an Freunden, an Familie, an Vertrauen, an glücklichen Momenten?

Hättest du dich selbst genug geliebt?

Würdest du dir deine Fehler verzeihen können?

Wäre es morgen vorbei und das Ende käme zu früh für dich, dann beginne einfach jetzt – sofort – ohne Zögern – daran zu arbeiten, dass du all diese Fragen mit JA beantworten kannst.

Denn jedes einzelne JA summiert sich in dir zu einer alles erfüllenden Summe des Lebens.

Es macht dich reich, es lässt dich in dir selber Zuhause sein.

 

Handle 

Sag nicht, das mache ich später.

Tu es, wenn möglich, sofort.

 

Schieb nichts auf, werde zum „Täter“ –

Es gibt nie einen besseren Ort.

 

Es kommt nie eine passendere Zeit,

also handle und halt dich bereit.

 

 Dieses kurze Gedicht ist veröffentlicht  2012 in:  Petra Jähnke „Jetzt erst recht – Gefühlsgeschichten“

 

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ICH GEHE MEINEN WEG

Ich gehe meinen Weg, wie schwer er auch sei.

Ich gehe ihn, weil ich es will.

Jeder Schritt in die Zukunft macht mich frei.

Hinter mir Gelassenes schweigt still.

 

Habe drauf geschaut, hab´s als hemmend erkannt.

Ich drehte mich um und ging fort.

Vergangenes ist Teil vom verlorenen Land,

hat nicht Raum mehr am jetzigen Ort.

 

Meine Schritte sind sicher und ohne Scheu.

Meinen Weg erschaff´ ich beim Gehen.

Denn ich schlüpfe aus dem Kokon wie neu,

kann mich nun viel besser verstehen.

 

Spür mein Herz voller Zuversicht schlagen.

Fühl die Freude auf alles, was wird.

Mag an der Seele manch Wunde auch nagen,

doch der Knoten im Herz ist entwirrt.

 

©Petra Jähnke, 2014

Alles schwingt!

Petra

 

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Es begab sich aber…

Es begab sich aber zu der Zeit,

da alle sich im Recht und Reichtum wähnten,

dass aufrechte Männer und Frauen

nicht mehr Lohn und Brot mittels

ihres Hirns oder ihrer Hände

Arbeit erwerben konnten.

Denn das Recht hatte viele Gesichter

und der Reichtum keine Heimat mehr

unter allen Dächern.

Und die Besitzer der Dächer

erschauerten bei dem Gedanken,

dass unter dem ihren

jene Gestrandeten wohnen könnten,

die aus dem großen Geldtopf des Volkes

ihr Bleiben darunter zahlen würden.

Denn auch die sich im Recht Glaubenden

misstrauten dem Recht und dem Reichtum,

die doch  für alle gelten sollten.

© Petra Jähnke, 2014

 

 

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CLOWNSSEELE

Weinen und lachen gehören zusammen,

denn diese beiden Gefühle stammen

ab von derselben Quelle.

Sie sprudeln an gleicher Stelle

gespeist durch denselben Geysir…

und dein eigener ist auch in dir.

Gehe durchs Leben mit offenem Blick,

sieh hinter jedem Pech auch das Glück.

Jede Medaille hat ihre zwei Seiten

und erkennst du diese beizeiten,

so schau sie dir kritisch an – 

dreh sie quer und bemerke klug dann,

dass nichts bremst, was so schmal doch nur ist!

Lach das Schicksal an, Optimist!

Räum die Steine dir aus deinem Weg,

und bist du gefallen, dann leg

dich nicht widerspruchslos lange hin:

Situationskomik hat ihren Sinn!

Sei ein Clown, erkenne den Witz.

Und sind auch die Scherben noch spitz,

die tief drinnen solch Schmerzen dir machen:

erlaub dir, über dich selber zu lachen!

 

© Petra Jähnke, veröffentlicht in „Der Koi (an) der Kü(s)ste“, erschienen 2012 im Lyrika Verlag

ALLES SCHWINGT!

Petra 

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Freundschaft

F  ür einander da zu sein

R  uhe zu bewahren, wenn der andere neben sich steht

E  hrlichkeit, egal worum es geht

U  nerschütterlich, wenn auch die Stürme toben

N  eidlos anzuerkennen, was man selbst nicht hat oder kann

D  urch dick und dünn zu gehen

S  challend miteinander zu  lachen

C  haos oder Flaute gemeinsam zu ertragen

H  and in Hand, auch wenn Kilometer trennen

A  ufrichtiges Mit-fühlen und Mit-denken

F  ixpunkt füreinander zu sein

T  ragen zu helfen, was den anderen in die Knie zu zwingen droht

 

© Petra Jähnke

All denen gewidmet, die ich meine Freunde und Freundinnen nennen darf

 

Alles schwingt!

Petra

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Gedanken zur Ehrlichkeit und deren Grenzen

Hast du ein Bild von deinem Gegenüber, geprägt von Erfahrungen und dem, was du in ihn/sie hinein interpretierst?

Wir Menschen sind von Natur aus so angelegt, schnelle Zuordnungen durchzuführen – z.B. er/sie passt in das Schema ´unerschütterlich´- und dann auch imaginäre Stempel aufzudrücken. Solange unser Gegenüber diesem Bild, das wir von ihm haben, entspricht, ist die Welt in Ordnung.
Sie gerät ins Wanken, wenn wir in irgendeiner Situation merken, dass dieses Bild, das wir uns ´gemacht´ haben, nicht mit der Realität überein stimmt.Dass da Brüche sind, die wir nicht vereinbaren können mit dem in uns existierenden, vermeintlichen Wissen, das ´unsere´ Wahrheit ist.

Unsere Wahrheit ist subjektiv, sie basiert auf unseren Wünschen, unseren Idealen, unseren Hoffnungen. Wir sehen, empfinden und ordnen ein aus unserer persönlichen Sicht. Wenn dann ein Verhalten, eine Bemerkung, eine ehrliche Schilderung des anderen so* nicht in dieses Bild passt, ist er da, der Bruch.
Dieser Bruch entsteht jedoch nur in uns, da alles in uns beginnt. In uns beginnt die Zuneigung, die Freundschaft, das Vertrauen, ebenso wie die Erwartungen und die Trugschlüsse. die wir daraus ziehen.

Ist demnach Ehrlichkeit vorsichtig zu dosieren?
Es kommt auf die Situation an, denke ich. Bei den Frage- und Antwortspielen im Alltag bleibt es deiner Menschenkenntnis und deinem Wahrheitsbedürfnis, das du dem anderen entgegen bringst, überlassen. Nicht jeder will wirklich hören, WIE es dir geht, wenn er dich fragt. Nicht jedem wirst du berichten mögen, wie groß dein Stress heute auf der Arbeit war.

Der Einsatz von Ehrlichkeit setzt vieles voraus:
wirkliches Verstehen, echte Zuneigung, einen Kontakt auf Augenhöhe und daraus resultierend dann die wohl dosierte Portion Ehrlichkeit. Ebenso wenig wie du in jedem Fall 100% Ehrlichkeit von deinem Ehe/Lebens/Geschäfts/Gesprächs-Partner ertragen könntest, verhält es sich wahrscheinlich auch aus Sicht desjenigen dir gegenüber.

Alles ist relativ.
Deshalb höre doch einfach in dich hinein, wie viel Ehrlichkeit du deinem Gegenüber anvertrauen oder zumuten möchtest.
Nicht jeder, von dem du es dachtest, verträgt 100 Prozent.
Nicht bei jedem, von dem du meintest, er würde mit der Wahrheit aus deinem Munde nicht umgehen können, erweist sich diese Einschätzung als richtig..
Der sprichwörtliche ´Elefant im Porzellanladen´ ist im Allgemeinen keine sehr angenehme Rolle. Es sei denn, du möchtest mit einem Schuss vor den Bug klare Fronten schaffen.

Zum Glück gibt es auch die Fälle, in denen klare Fronten einer Beziehung ganz neue Impulse geben.
Denn unsere Hoffnungen, Erwartungen und Wirklichkeiten sind in uns miteinander fast untrennbar verwoben und sprechen immer ein Wort mit. Ein paar Gedanken dazu findest du auf meiner Autoren-HP unter folgendem Link:

http://www.petra-jaehnke.de/Gedankensplitter-I-_-Hoffnungen%2C-Erwartungen-und-Wirklichkeiten.htm

Alles schwingt!

Petra

 

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Freundschaft ist der große Bruder der Liebe

Dieser Satz steht über dem Bild, das zum Text eines Gedichtes entstanden ist (veröffentlicht in „Jetzt erst recht“, 2012 im Lyrika Verlag und zusätzlich als Poster-Sonderedition erhältlich in A2) Mit einem Klick auf den folgenden Link kannst du es anhören:

Bär und Robbe

Oft frage ich mich, was wertvoller, was beständiger und verlässlicher ist: Liebe oder Freundschaft? Liebe ist besetzt mit diesem Gefühlsfarbenrausch in allen nur möglichen, schillernd-schönen Rottönen. Was schwingt für mich bei dem Wort ´Freundschaft´ mit?

Es schwingt vieles, aus den verschiedensten Sinnesabteilungen! Freundschaft kommt mit tiefen, harmonischen Klängen für mich daher, wie ein Klangteppich, der trägt – egal, was geschieht. Freundschaft ist ein Mantel aus einem federleichten und trotzdem wärmenden Tuch, dessen Farbe einem Ultramarin-blau am nächsten kommt.

Freundschaft ist für mich verbunden mit einem Band zwischen zwei Menschen, das sehr belastbar und fast ´unkaputtbar´ erscheint.

Sie fordert nicht, weil sie nichts erhofft, was nicht da ist. Real existierende Freundschaft ist ein seltenes Gut geworden in diesen Zeiten der totalen Vernetzung und der sog. ´Freundeskreise´ in den diversen Social Medias.

Freundschaft, das kann auch nur von einer Seite so empfunden werden (was übrigens bei der Liebe noch einen sehr viel schmerzvolleren Umstand darstellt). Wenn dies der Fall ist, bedarf es einer großen. menschlichen Leistung: den Schritt rückwärts zu tun, um den Menschen, der die eigene Tiefe des Gefühls nicht erwidert, nicht mit diesem Anspruch an ihn auf Spiegelung der persönlichen Emotionen zu erdrücken. Wirklich authentisch zu sein, zeigt sich nur in der Fähigkeit, niemandem ein Paar Schuhe vor die Türe zu stellen, die demjenigen nicht passen.

Es gibt auch diese ganz seltenen, und daher besonders wertvollen Fälle, da wandelt sich einstige Liebe in eine achtsam miteinander umgehende Freundschaft, die dann ein Band fürs Leben darstellt. Diese zwischenmenschlichen Beziehungen sind ein Geschenk des Lebens. Verliere nur nie den Blick dafür, sie erkennen zu können und entsprechend wert zu schätzen.

Wirkliche Freunde sind und bleiben sich tief verbunden, auch wenn es einmal Phasen der Funkstille zwischen einander gibt. Denn es ist wie bei allem: nicht die Quantität bestimmt einen Wert, sondern die Qualität.

Gibt es Lebensabschnitts-Freunde – so wie es den Begriff des Lebensabschnittsgefährten gibt?

Ich denke, ja. Wie in der Liebe können sich Menschen auseinander entwickeln, ohne es bewusst zu wollen. Wege, die lange vertraut nebeneinander verliefen, driften irgendwann auseinander.

Erwartungen können im Laufe der Zeit mit einer Freundschaft verbunden werden, die nicht zu erfüllen sind und die alles verändern.

Du wirst der Liebe nie auf ewig sicher sein können und ebenso wenig der Freundschaft.

Alles ist im Fluss, unser ganzes Leben ist Veränderung.

Gäbe es Stillstand, gäbe es keine Entwicklung.

Diese Lektion ist eine die schmerzhaftesten, aber auch eine der hoffnungsvollsten Lehren in einem Menschenleben.

Sie macht dir klar, dass dein Weg aus dem was war, über das was ist zu dem führen wird, was sein kann.

Alles schwingt!

 Petra

NÄHE

Viele Stunden geredet, einander erzählt,
womit uns das Leben bisher so gequält-
welch freudige Stunden es auch für uns gab,
manch Wunsch, Traum und Hoffnung schon in uns erstarb.
Mit dem Glas in der Hand einander gelauscht,
sich an Tonfall und Stimme des andren berauscht.
Wahrgenommen, wie in einem selbst gut versteckt
ein Keim zu sprießen beginnt, durch den anderen geweckt.

Und dann irgendwann dieser tiefe Blick,
dies Erkennen: es gibt für uns nie ein Zurück –
zu verbindend, was wir an Gedanken geteilt,
zu viel Nähe zum and´ren, gemeinsame Zeit,
die zwei Menschen einander nahegebracht –
miteinander geredet, geweint und gelacht.
Aus vielen Einzelsträngen ein Seil gewoben,
echte Freundschaft aus der Taufe gehoben.

Über Hunderte Kilometer ein starkes Band,
hält jeder von uns ein Stück in der Hand.

© Petra Jähnke 2011, geschrieben für eine Handvoll wunderbare Freunde/Innen

 

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